82. Tag Bayrische Frauenverschwörung

Will Schoen

Jack:
Die Muadda gibt der Uschi einen Einkaufszettel mit als sie ins Dorf gehen will um sich ein bisschen umzusehen. Wir lachen denn de Muadda hat alles in bayrisch aufgeschrieben.
Als Uschi wieder Heim kommt, strahlt sie übers ganze Gesicht und sagt „mei woar des sche“ Die Mutter und ich schauen uns sprachlos an, denn bayrisch aus Uschis Mund haben wir noch nie gehört. Uschi fängt an zu lachen und schaut uns an und wir müssen mitlachen. An diesem Tag, hat meine Geliebte noch so einige Dinge gebracht, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Ich glaube, dass mein Spatzerl sich hier wohlfühlen dad.
Schade, dass wir morgen schon Heimfahren müssen, doch die Arbeit ruaft.

 

 

Dagmar Bacques

Dora Kolumna:
Andreas kam kurz darauf direkt ins Bröcksken und setzt sich neben Dora an die Theke.
Zuerst tun sie so all ob sie sich uns nicht und nach einiger Zeit beginnt Andreas ein belanglo-ses Gespräch.
„Ich glaube, wir haben uns vor einiger Zeit schon mal hier getroffen wenn ich nicht irre“ und ich reagiere ein bisschen genervt über die „Anmache“ und erwidere kurz angebunden „kann, schon sein.“ Andreas entschuldigt sich theatralisch und ich verlasse die Kneipe.

Nach einiger Zeit kommt Andreas mit dem Zweitschlüssel nach und wir fallen uns in die Ar-me und lachen herzhaft. „Lass uns das öfters machen mein Schatz“ lacht Andreas „ das ist jedes Mal wie ein neues kennenlernen“
Er erzählt Dora wie es in der Kanzlei gelaufen ist und dass der neue Sozius, dem Termin zu-gestimmt hat. Weiter erzählt er, dass die Sekretärin sehr neugierig war und er nach den hin-ausgehen noch an der Türe mit bekam, dass sie direkt in das Büro von Peter Czermek gegan-gen ist und sich nach dem Grund des Besuchs erkundigt hat.
Er bemerkt noch, dass das der Sozius gesagt hat, dass es um eine alte Erbschaftsangelegenheit einer alten Bekannten geht, welche er nicht ablehnen kann.

„Du bist Klasse mein Engel. Ich werde mich dann am 19.11, mal in eine alte Dame verwan-deln, hhhm mal sehen ob du mich dann auch noch küssen willst.“ spöttelt sie.
Sie verbringen noch den restlichen Abend und die Nacht miteinander.

 

Ursula Hackel

Uschi Prötsch:

Nach dem Frühstück gingen die Männer ans Tagwerk und ich räumte mir Muada auf und wir bereitetet das Mittagsmahl zu, welches eine der Lieblingsspeisen von Jackl ist. Die Muada erklärte mir also ganz genau, wie ich den bayrischen Fleischkäseauflauf zubereiten musste.Während der Auflauf im Ofen garte unterhielten wir uns weiter, wobei mir eine Idee kam:”Muada, wir sind heut doch den letzten Tag da und daher möcht ich die Nacht aufm Heustadl verbringen, jedoch soll für Jackl a Uberraschung sein.” Die Mutter lacht und meint:”Da wird da Bub sich aba frein.” Dann gibt sie mir eine Decke:” Damits ned so pieckst. Ich mach Euch des Abendbrot daroben hoch fertig und schick Euch gleich da was besorgen.” Das ist toll, mit Mutter kann man prima reden und ich werde wieder ein einmaliges Erlebnis haben bevor ich wieder nach Krefeld in den tristen Alltag muss. Die Männer kamen zum Essen rein, nicht ohne vorher ihre Stiefel auszuziehen, setzten sich und schauten uns fragend an. Mutter sagt: “guadn obpetit”. Danach schauten wir uns nicht mehr direkt an, denn die Mannsbilder merken sonst doch noch was.

Das Rezept für den Auflauf findet Ihr hier.

 

Ingrid Gerloff

Charlie Schubert:

Charlie wurde heute erst spät wach. Sie hatte eine turbulente Woche hinter sich. Es gab viel zu tun im Tattoo Studio. Viele Kunden kamen in den Wintermonaten zum Tätowieren, da man mit frischen Tattoos die Sonne meiden und auch erst dann Baden gehen sollte, wenn das Tattoo abgeheilt war. Am Donnerstagabend fuhr sie, wie auch in der Woche zuvor, mit Axel, Babs und T.J. zum Biker Treff hinter dem Königspalast um dort den Line Dance einzustudieren, den sie bei der Veranstaltung am 01.12., der Country Christmas Night, vortragen wollten. Gestern verbrachte sie den Abend wieder mal mit ihrer Tante und spielte mit ihr Backgammon und Halma. Sie hatte Tante Margarete richtig in ihr Herz geschlossen, sie war Ersatzmutter und Freundin zugleich. Sie tat Charlie gut, denn sie hatte schon sehr früh ihre eigenen Eltern verloren. Charlie war zwar mittlerweile erwachsen, aber es machte ihr schon teilweise schwer zu schaffen, dass sie keine Mutter mehr hatte, mit der sie Freud und Leid teilen konnte.
Bis spät in die Nacht unterhielten sich die beiden über alles mögliche. Charlie erzählte ihr von Axel, den Margarete immer noch nicht kennengelernt hatte. Am Sonntag würde sie ihn vorstellen, denn ihre Tante hatte Charlie, ihren Onkel und auch Axel zum Essen eingeladen.
Nachdem Charlie am Samstag Morgen geduscht und mit Einstein gefrühstückt hatte, holte sie ihre Tante zuhause ab um mir ihr Einkaufen zu fahren. Als sie zurückkamen, half Charlie ihrer Tante noch die Einkäufe hoch zutragen und wegzuräumen und machte sich dann auf nach Uerdingen um Axel zu besuchen. Axel wartete unten am Parkplatz schon auf sie und nachdem sich die beiden innig begrüßt hatten, fuhren sie mit Axels Auto nach Hannover um sich dort das Deep Purple Concert anzusehen. Sie hatten dort für einen Nacht ein Zimmer im Etap Hotel gebucht und wollten am Sonntag Morgen zurück fahren. Onkel Elmar hatte sich bereit erklärt nach Einstein zu sehen, somit brauchte sich Charlie um ihren Papageien keine Sorgen machen.

 

Ursula Hackel

Uschi Prötsch:

Die Männer waren noch mal zusammen im Dorf unterwegs und hatten sich mit bekannten Gesichtern im Wirthaus getroffen. Mutter war mit dem Stallknecht im Stadtl und die haben auf dem Heuboden alles hergerichtet. Sie tat sehr geheimnisvoll und erzählte mir mit keiner Silbe was gemacht wurde, also werde ich gleich genauso erstaunt sein wie Jackl. Erst setzten wir uns jedoch alle an den Tisch. Zehn Minuten später sagt die Muada zu mir:” Madl, i hob auf dem Heibodn wohl meina Ohring verloan gehst du glei moi nachschaun?” Jackl sagt sie dann noch, dass er mitgehen soll um aufzupassen dass ich nicht von der Leiter falle. Ich machte mich also mit Jackl an der Hand auf den Weg zum Stall. Es ist zwar sehr kalt diese Nacht, aber die Luft ist herrlich und wir zwei geniessen noch einmal die herrliche Stille. Jackl macht die Stalltüre auf und sagt:” Sag mal was wollte Mutter denn auf dem Heuboden, da geht die doch sonst nicht mehr rauf?” Ich erkläre ihm, dass ich keine Ahnung habe und sage noch:”Ist ja eigentlich Quatsch da oben zu suchen. Das müsste ja schon ein großer Zufall sein, wenn wir diesen kleinen Ohring da finden sollten.” Dann gebe ich ihm rasch einen Kuss und gehe langsam die Leiter zum Heuboden hoch. Jackl geht auf die Leiter zu um auch nach Oben zu kommen, bleibt jedoch mit einem entsetzten Gesicht stehen.” Kruzifix, läufst scho den ganzen Dog so herum!” Ich muss herzhaft lachen und erwidere:” Ich glaub Du spinnst wohl, das würde mir im Traum nicht einfallen. Jetzt komm hoch und schau Dir dies hier an.” Langam kommt er die Leiter hoch und meint:” Hör ich da etwa meine Lieblingsmusik, wo kommt das denn her?” Oben angekommen staunen wir beide. Mutter hatte eine große rot-weiß karrierte Decke ausgebreitet und einen Picknickkorb mit Köstlichkeiten und heimischem Bier stand darauf. Im Giebel hing ein riesengroßes rotes Herz an dem wohl auch das Gerät für die Musik und eine kleine Lampe befestigt waren. ” Aha, das war also geplant”, lachend kommt er auf mich zu,”na warte, ihr seid mir ja ein tolles Team.” Er nimmt mich in den Arm und fängt an meinen Hals und meine Schulter zu küssen und deutet mir an den Korb beiseite zu schieben:” Das können wir später immer noch, jetzt will ich erst das auf der Leiter Gesehene mit allen meinen Sinnen spüren also schmecken, riechen, fühlen und hören.” Das Heu riecht herrlich und die Atmosphäre ist einfach berauschend. Wir setzten uns beide auf die Decke und erlebten eine Nacht, die wir wohl so schnell nicht vergessen werden.

Für diejenigen die es genauer wissen wollen gibt es das Original auf: Bonusmaterial: Die Nacht auf dem Heuboden.

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