143. Tag Fabelhafte Verschwörung

Fabelhafte Verschwörung

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Während der Fahrer des Volvo Dora Kolumna den Brief übergibt erreicht Igor im Krefelder Hof folgendes Telegramm: “Opa Hassan erschossen! Familiensitzung ist notwendig.” Igor entschuldigt sich bei seinen Gästen und verlässt kurz des Krefelder Hof um unmittelbar neben dem Krefelder Hof eine Villa zu betreten, dort schaltet er den über Satelittenschüssel empfangbaren Russischen Nachrichtensender ein, in der über die Ermordung des 75 Jährigen Aslan Ussojan durch einen Heckenschützen berichtet wird.

 

Bella Sonnen

Bella Sonnenschein:
Pünktlich, wie es sonst nicht so meine Art ist, betrete ich das Büro. Der Chef ist schon da und begrüßt mich mit schwitziger Hand. Er zeigt mir die Kanzlei und die Küche, wo auch schon sein erster Scherz fällig ist „Hier steht das wohl wichtigste Teil der Kanzlei, mit dem Sie sich heute mal bekannt machen sollten, unser guter Jura Kaffeevollautomat“ sagt er süffisant „und hier drüben können sie ablegen“.
„Ach wissen Sie Herr Abel, ich bin doch eine emanzipierte Frau und habe nichts dagegen, wenn sich jeder seinen Kaffee selber macht“ flöte ich in lieblichem Ton und meinem Gegenüber fällt die Kinnlade herunter.
Er führt mich dann weiter in das Büro seines Sozius und stellt diesen als Peter Czermek vor. Als mein Chefchen sich umdreht um das Büro wieder zu verlassen, zwinkere ich Peter zu.

Am Schreibtisch sitze ich Herrn Abel gegenüber, der mich in die aktuellen Fälle einweist und mir einen Stapel Akten vorlegt, die abgelegt werden müssen und einen Stapel, wo die Mandanten, Gegenanwälte und Gerichte angeschrieben werden müssen. Doch einen Fall, soll ich sofort bearbeiten. Er reicht mir ein kleines Tonbandgerät mit der Bitte, dies sofort zu erledigen.

 

Bella Sonnen

Bella Sonnenschein:
Ich setze mir meine rosa Plüsch Kopfhörer auf und höre mir erst mal an, was er denn so zu sagen hat. Es ist sehr amüsant, wie sich der alte Knabe über Frau Kolumna auslässt. Sein Ton ist zischelnd und man kann förmlich die Speicheltropfen im Ohr fühlen.

Gegen 10 Uhr verlässt mein Boss das Büro mit den Worten „Ich werde den Tag heute unterwegs sein. Wenn etwas ist, erreichen Sie mich auf dem Handy Frau Sonnenschein“

Peter und ich trinken einen Kaffee und danach verwanzen wir das Büro und bringen die Minikamera an.
Wir setzen uns in seine Besprechungsecke und ich schalte den PC, mit den Worten „ Die Show kann beginnen an“
Peter schaut verblüfft auf den Bildschirm und fängt schallend an zu lachen.

„Bella, Bella, Bella Marie bleib mir treu ich komm zurück morgenfrüh“ schmettert Frank Abel aus voller Brust in seinem Auto und ist dabei auf der Such nach dem störendem Ding in seiner Nase. Als er es offenscheinlich gefunden hat, geht seine Hand zum……
Angewidert drehen wir uns weg und ich schalte den PC ab.
„Du Biest, wie hast du das angestellt?“ fragt Peter „ach weißt du, heute Morgen als ich vor seinem Schreibtisch seine Instruktionen für den Tag erhalten habe, habe ich die Kugelschreiber ausgetauscht. Er ist jetzt im Besitz eines High Tech Kulis mit Sprachübertragung und Bild“

 

Will Schoen

Jack:
Wir verabschieden uns nach dem Frühstück von der Mutter und dem Vater und machen uns auf in unser kleines Paradies.
Was Uschi nicht weiß, ich habe einen Pferdeschlitten bestellt, mit dem wir nachher eine kleine Fahrt durch die Umgebung machen. Da wir uns ja in den nächsten Tagen nicht aus dem Hotel bemühen wollen, habe ich dieses einmalige Erlebnis auf heute gelegt.
Der Schlitten ist mit dicken Fellen ausgestattet und an Bord sind heißer Kakao und süßes Naschwerk für meine Süße Schnecke.
Wenn ich nicht aufpasse, wird der kleine mit einem Sahnehäubchen geboren.

Wir fahren ca. eine Stunde als wir unser Ziel erreichen. An der Rezeption werden wir freundlich begrüßt und augenblicklich auf einen Kaffee eingeladen. Derweil wird unser Gepäck aufs Zimmer gebracht.
Wir packen aus und Uschi ist begeistert von der tollen Aussicht und dem ganzen Ambiente.
Hand in Hand sehen wir uns anschließend das Hotel und die Spa Abteilungen an.

Als Uschi dann das klingen von Glöckchen hört, schaut sie neugierig nach draußen und sagt
„Schau mal Jack, ein Pferdeschlitten, das habe ich mir als Kind schon immer gewünscht, einmal damit fahren zu dürfen und wie Sissi durch die verschneite Bergwelt zu fahren“
„Weißt du was mein Schatz, zieh den Mantel an, wir entern den Schlitten“

Ich ziehe Uschi hinter mir her und schiebe sie in den Schlitten, alles wehren hilft nichts.
Ich packe sie schön warm in die Felle ein als der Fahrer zu uns kommt um uns zu begrüßen und den Korb mit dem Proviant zu überreichen „Ich wünsche Ihnen eine schöne Fahrt Herr und Frau Müller“ sagt er noch bevor er sich auf den Bock begibt und die Pferde antreibt.
Uschi schweigt still, nur einen Seitenhieb in meine Rippen kann sie sich doch nicht verkneifen.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Frank fährt mit seinem Audi zum Düsseldorfer Hbf, wo er seinen Kontaktmann der in der Berliner Anwaltskammer Stallwache hält, um 12:05 Uhr erwartet. Bislang durchfährt der ICE durch alle Bahnhöfe pünktlich weiter.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

In Meerbusch Büderich stoppt er am Spielwarengeschäft Mous und holt das bestellte Geburtstagspaket für seine Patennichte ab. Dort stellt er einen Scheck aus und als sein Handy pipst verlässt er ohne auf seinen Kuli zu achten das Geschäft. Bevor die blondhaarige Verkäuferin ihm nacheilen kann ist er schon verschwunden. Gewissenhaft legt sie den Kuli in die Schublade für Fundsachen und informiert die Kollegen, dass Herr Abel seinen Kuli liegen gelassen hat.

 

Sylvia Reppel

Gertrud Draken:

Gertrud steht vor dem Kleiderschrank und weiß nicht was sie anziehen soll. Das graue Flanellkleid mit der blauen Schleife, oder doch das geblümte mit dem weißen Kragen und dem Gürtelchen ?
Die weiße Bluse mit den Perlmuttknöpfen und dazu die Perlenkette oder die Rost farbene mit den goldenen Knöpfen.
Gertrud hat mittlerweile das ganze Bett mit Klamotten voll liegen und hat sich schon 5 mal umgezogen.
Dann endlich steht sie vor dem Spiegel und ist einigermassen zufrieden.
Gertrud trägt nun eine hellblaue Bluse, dazu einen dunkelblauen Rock und eine flotte Landhausweste in Jeansoptik.
„ So kann ich blieve – chic und sportlich“, murmelt Gertrud vor sich hin als sie sich im Spiegel betrachtet. Noch schnell die Ohrclips an und „en bisken“ rosa Lippenstift. Gertrud ist fertig für die Fotosession…

 

Bella Sonnen

Bella Sonnenschein:

Ich sitze am Schreibtisch und feile meine Fingernägel als mir plötzlich ein Lied durch den Kopf schwirrt und ich beginn zu singen “I´m a Barbiegirl.in a Barbieworld……

 

 

Sylvia Reppel

Gertrud Draken:

Draußen ist es immer noch glatt, und Schnee liegt auf den Straßen. Gertrud geht ohne lange Umweg über den Platz an der alten Kirche, hinein in den Schwanenmarkt, dort hat sie mal ein Fotostudio gesehen.
„PICTURE PEOPLE“ steht da und „Fotoshooting“ Begriffe, die in Gertrud Wortschatz keine Bedeutung haben.
Gertrud schaut sich unsicher um, bis eine junge, dynamische Frau sie begrüßt: „Guten Tag, was kann ich für Sie tun ?“
Gertrud nestelt an Ihrem Schal: „Ja äh, ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, ich möchte en vernünftisch Bild van misch maake loate, wo isch jut drup jetroffe bin…“
Die junge Fotografin fragt bei Gertrud höflich nach: „Was hätten Sie denn gern: ein biometrisches Passbild, einen Beauty Fotoshoot, ein Buisnessfoto oder Akt Erotik ?“
Gertrud ist am Ende, die Hände fangen an zu schwitzen und sie spürt wie ihr Blutdruck steigt. Sie räuspert sich und schaut der Fotografin fest in die Augen: „Ach wissen Sie, einfach nur ein schönes Foto von mir, für meinen Schatz wissen Sie…“ Gertrud erzählt der Fotografin die Geschichte von Elmar.
Die junge Fotografin, scheint hoch motiviert zu sein: „Also gut Frau…“ „Draken“ merkt Gertrud an.
„So, Frau Draken, ziehen Sie mal Mantel und Schal aus und setzten Sie sich auf den Stuhl vor dem Spiegel, wir machen aus Ihnen jetzt mal eine echte Femme fatale ?“
Gertrud schaut die Fotografin irritiert an: „Hauptsach`da kümmt en schön Bild be eruut…“
Nadine, so heißt die Dame, macht sich mit Make up, Lidstrich, Wimperntusche, Rouge und Lippenstift daran, Gertrud´s natürliche Schönheit zu unterstreichen. Nach etwa 20 Minuten bittet sie dann Gertrud darum, Ihre Brille aufzuziehen und sich im Spiegel zu betrachten.
Gertrud sieht in den Spiegel der vor ihr steht und kann es nicht fassen: „Bin isch datt ? Nee, wie furchtbar…ich seh ja aus wie datt anjemalte Mannweib aus dem Dschungel! So erkennt mich minge Elmar ja jar nisch, Verheerend! Rosenmontag ist doch erst in 3 Wochen…“ Gertruds Schimpftiraden wollen kein Ende nehmen.
Nadine greift sich die Abschminktücher und nimmt damit das Augen Make up, sowie das Rouge aus Gertruds Gesicht. Nach 10 Minuten kann der „Beauty Fotoshoot“ beginnen…

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

In der Krefelder Staatsanwaltschaft geht ein Schreiben der Berliner Anwaltskammer ein, in dem Herrn Peter Czernek die Unberechtigte Führen des Anwaltstitels beschuldigt wird. Der Berliner Anwaltsverein erstattet gegen ihn Strafanzeige nach §132a StGB. Der zuständige Staatsanwalt, der am abend schon duch Frank Abel vorab informiert wurde telefoniert mit dem Zuständigen Haftrichter und bittet um Ausstellung eines Haftbefehls wegen Verdunklungsgefahr.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Frank ist vom Staatsanwalt telefonisch über die Strafanzeige der Berliner gegen Peter Czernek informiert worden und dass der Richter dem angedachten Haftebefehl zugestimmt hat. Frank telefoniert mit seiner Kanzlei: “Frau Sonnenschein – bitte sagen sie alle Termine ab 15Uhr ab und rufen Sie eine außerordentliche Betriebsversammlung für 16Uhr ein. Ich möchte jeden einzelnen Mitarbeiter sehen und sprechen”. Bevor Bella Sonnenschein antworten  kann hat er das Gespräch beendet und fädelt sich in den Düsseldorfer kriechenden Innenstadtverkehr ein.

 

Josef DeBoer

Thomas deBoer:
Begegnung in der Sauna
Wären die Temperaturen draußen nicht so eisig gewesen, hätte ich mir trotzdem ein Weizenbier bestellt. Das gehörte seit jeher traditionell zu meinen Saunatagen. Aber ich war mir nicht einmal sicher, ob Matthes seinen Benz auch vorschriftsmäßig mit Winterreifen ausgerüstet hatte. Vor Antritt der Fahrt hatte ich mich jedenfalls nicht davon überzeugt. So kam ich, innerlich seufzend, zum Entschluss, auf jeden Tropfen Alkohol zu verzichten, um nicht das geringste Risiko einzugehen.
Hei Ki bestellte grünen Tee. Sie sah mich kurz an, um dann ihren Blick lächelnd durch den Raum wandern zu lassen. Sie gab mir, mit asiatischer Höflichkeit, offensichtlich Zeit mich, innerlich zu sammeln.
Ich ließ mir ein Wasser geben, goss mir mit fahrigen Bewegungen ein Glas ein und leerte es in einem Zug.
„Wie viele Gänge haben Sie bereits gemacht? Bevorzugen Sie die trockene Sauna?“ fragte sie plötzlich.
Ich stutzte. Nein, sie fragte nicht „Wo kommen Sie denn her? Was für eine Überraschung“, sondern ganz beiläufig, wie zu einem guten Bekannten, wie viele Saunagänge ich bereits absolviert hätte.
„Wieso fragen Sie?“ Eine vernünftige Antwort wollte mir nicht einfallen, aber sie nahm es gelassen hin.
„Nun, vielleicht hätten Sie ja Lust, den nächsten Gang mit mir gemeinsam zu machen, ohne sich vor mir verstecken zu müssen.“
Wollte sie mich verspotten? Sie war also dahinter gekommen, wer mit ihr in der Sauna gelegen hatte. Ihr asiatisches Lächeln blieb indes unergründlich, gab mir keinen Hinweis darauf, auf was sie wirklich hinaus wollte.

 

Heike Potthoff

Hei Ki Suyin:
Begegnung in der Sauna
Wie seltsam das Leben doch spielt. Da flüchte ich aus dem Mercure Hotel, um einmal einen Tag der ständigen Beobachtung und Überwachung zu entgehen, suche mir eine abgelegene Saunalandschaft außerhalb von Krefeld, und ausgerechnet dort fällt mir Herr deBoer vor die Füße.
Um fair zu bleiben, ich war ja genau so erschrocken wie er, aber er brachte sich um jede Chance, als er sich vor mir, splapstickmäßig, aus dem Bademantel rollte. Danach war der arme Kerl nur noch in der Defensive.
Einige Minuten ließ ich ihn dann in Ruhe, gedachte die unverhoffte, und für ihn etwas unglücklich verlaufene Begegnung in ein belangloses und unverfängliches Fahrwasser zu bringen. Zu meiner Überraschung brachte ihn aber meine Frage, ob er mit mir zusammen den nächsten Saunagang machen möchte, wieder völlig aus der Fassung. Er schien doch ein alter Saunaprofi zu sein, da konnte ihn doch der Anblick einer nackten Frau nicht dermaßen aus der Bahn werfen!
Krampfhaft überlegte ich, wie die Situation für beide Seiten noch zu retten wäre.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Es ist 15:55 Uhr als Frank Abel in Begleitung von Michael Dombrowsky seine Kanzlei eintrifft und sich beide in den von Bella vorbereiteten großen Konferenzraum betreten. Die Mitarbeiter schauen erwartungsvoll zu Frau Frank. Pünktlich um 16:00 Uhr eröffnet Frank die Mitarbeiter-Betriebsversammlung, als es klingelt. Frank bittet Michael: “Michael könntest du bitte den Herrschaften die Türe öffnen, du weißt wir erwarten wichtigen Besuch” zu seinen Mitarbeitern gewandt . Verehrte Mitarbeiter, die Kanzlei Abel steht nach den harten Monaten vor einem großen Schritt in die Zukunft. Ich möchte allen Mitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit in den vergangenen Monaten danken….” die Tür geht leise auf und mit Michael treten 2 in Zivil gekleidete Polizeibeamte den Konferenzraum. Einer der Beamten: “Wir suchen Herrn Peter Czernek”, Peter Czernek steht verwundert auf, er hat beide Beamte erkannt als der 2. Beamte sagt: Herr Czernek, wir haben einen Haftbefehl gegen sie. Sie werden von uns wegen Verdunklungsgefahr in die Haftanstalt nach Ratingen gebracht. Bitte kommen Sie mit! Oder müssen wir Ihnen Handfesselan anlegen?” Peter Czernek zieht sich seine Jacke über und folgt den Beamten. Bevor Peter Czernek den Konferenzraum verlässt sagt Frank abel noch: Herr Czernek, ich kündige Ihnen hiermit fristlos unseren Vertrag und erteile Ihnen Hausverbot zu unserer Kanzlei. Desweiteren erwartet Sie eine Strafanzeige wegen Datenmissbrauch der Klienten unserer Kanzlei. Draußen steht wie der Zufall es will ein Reporter des Blitz und fragt Peter” Stimmt es Herr Czernek, dass Sie der Hauptmann von Köpenik in Gestalt eines Rechtsanwaltes sind?”

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel/Peter Czernek:

Eilmeldung! Der Radiosender Welle Niederrhein und auch die Onlineportale von Blitz, Express, Bild und WZ sowie RP melden die Verhaftung des Rechtsanwaltes Peter Czernek.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Frank setzt sich wieder an den Kopf des Konferenztisches: “Sie haben gerade eine Beispielhafte Verhaftung eines unserer Mitarbeiter erlebt, ich wurde bereits heute Vormittag von der Verhaftung informiert, Herr Czernek hatte mir eine Hightech Kugelschreiber versucht unterzujubeln, der inzwischen bei der zuständigen Stelle untersucht wird. Herr Michael Dombrowski wird die Vorgänge die Peter Czernek bearbeitet hat untersuchen und ich bitte jeden Mitarbeiter ihm offen seine Fragen zu beantworten. Frau Sonnen, ihnen erteile ich eine Belobigung, da Sie mich über eine Handynachricht von dem Hightech-Kuli in Kenntnis gesetzt haben. Die Mitarbeiterversammlung ist beendet. Ich entlasse Sie in ihren verdienten Feierabend.” Frank erhebt sich und verlässt den Raum.

 

Josef DeBoer

Thomas deBoer:
Begegnung in der Sauna
Irgendwie musste ich jetzt die Kurve bekommen, sonst wäre ich bei dieser interessanten Frau unten durch. So gelassen wie möglich blickte ich auf die Uhr, gab mich kurz nachdenklich und sah sie dann interessiert an.
„Nun, eigentlich wäre jetzt ein leichtes Essen das Richtige, danach der Ruheraum. Wir könnten uns dann um Viertel nach fünf wieder treffen.“
„Oh, die Reihenfolge gefällt mir“, sagte sie rasch.“ Darf ich mich Ihnen anschließen, Sie sind ja hier der einzige Mensch den ich kenne?“
Oh, sie gab mir die Chance, charmant zu sein. Das konnte ich schlecht ausschlagen.
„Warum nicht“, sagte ich gut gelaunt, „dann können wir, ehem, den kleinen Zwischenfall von eben abhaken.“
Sie antwortete mit einem kurzen, angenehmen Lachen. „Einen kleinen, nun ja, Zwischenfall?“ Gespielt zog sie die Augenbrauen hoch. „Kann doch schon mal passieren, dass einem die Brille zu Boden fällt. Ist ja zum Glück nichts passiert.“
Dann lachten wir beide gemeinsam.

 

Bella Sonnen

Bella Sonnenschein:
Punkt 16 Uhr begann, wie angekündigt die Veranstaltung.
Als die Zivilbeamten hereinkamen und Peter vor Aller Augen verhafteten, spielte ich die schockierte und war der Ohnmacht Nahe. Herr Abel kam mir schnell zu Hilfe und stützte mich galant.
Peter wurde abgeführt und wir durften nach Hause gehen.

„Das war ganz großes Theater mein Lieber“ lobte ich Peters Abgang. „Tja Bella, von mir kannst auch du noch was lernen. Als verdeckter Ermittler im Bereich krimineller Organisationen muss du auch ein guter Schauspieler sein“

 

Markus Spintig-Wehning

Peter Czernek:

Da dem Haftrichter weitere Details zur Kenntnis gebracht werden ordnet er Isolationshaft an. Peter Czernek wird bevor er die JVA Düsseldorf-Ratingen erreicht in die JVA Werl weiter verlegt.

 

Markus Spintig-Wehning

Frank Abel:

Frank bittet Michael in sein Büro, dort gibt er ihm durch Zeichen zu verstehen, dass er einen Maulwurf unter seinen Mitarbeitern vermutet. Sie beschließen zum Krefelder Hof zu laufen und von dort in einem Taxi zu einem Zweitbüro zu fahren, welches in Fischeln liegt. Im Taxi äußert Frank sein Misstrauen in der Sache: ” Das ging mir zu glatt, da stimmt etwas nicht”. Michael verspricht die Kanzlei zu prüfen und den Mitarbeitern auf den Zahn zu fühlen. Frank telefoniert mit Bella Sonnen: Frau Sonnen – für morgen – Memo an alle Mitarbeiter: Samstag und Sonntag ist Arbeitspflicht in der Zeit von 10 bis 19 Uhr. Wir müssen alle Fälle aus den Jahren 2000 bis 2012 kontrollieren!”

 

Josef DeBoer

Thomas deBoer:
Essen in der Sauna
Wir suchten uns einen Ecktisch am Fenster, von wo aus wir einen schönen Blick in die verschneite Parkanlage hatten. Ich war lange nicht mehr hier gewesen, zuletzt als ich eine kurze, am Ende aber missverständliche Beziehung mit Irene hatte. Eine Sternschnuppenbeziehung, feurig leuchtend, aber schnell verloschen.
„Oh, so melancholisch plötzlich?“
Rasch schüttelte ich die lästigen Gedanken ab. „Nun ja, Winterblues, ein wenig. Ich war lange nicht mehr hier, seit damals.“
„Seit damals?“ Hei Ki nickte verstehend. „Ja, manchmal meidet man die Orte, wo man einmal glücklich war. Aber den Ort trifft ja keine Schuld, sonst findet man bald keinen Ort mehr, um wieder glücklich zu sein.“

Zum Glück erschien die Bedienung und hinderte mich daran, in meinen Gedanken weiter abzudriften.
„Möchten Sie etwas essen?“
Wir nickten und ließen uns die Karten geben. Eine Weile vertieften wir uns in das Angebot. Als die Bedienung wieder erschien, sagten wir fast gleichzeitig:
„Den Salat mit Putenstreifen, bitte.“

 

Markus Spintig-Wehning

Peter Czernek:

Kurz konnte er mit Bella Sonnen telefonieren, doch der Haftrichter, ein guter Intimus von Frank Abel scheint etwas zu ahnen und versucht ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Peter versucht Dora Kolumna zu erreichen und landet vergeblich auf der Mailbox: Frau Kolumna, hier ist Peter. Werde nach Werl gebracht und  der mit Frank Abel befreundete Richter hat Isolationshaft angeordent. Hoffe dass ich bald wieder in der Sache weitermachen kann. Mir sind erst einmal die Hände gebunden”, der neben ihm sitzende Beamte nimmt das Handy an sich und schaltet es aus. “Herr Czernek, mehr können wir jetzt nicht für Sie tun, wir müssen dem Haftrichter jedes Telefonat melden. Bitte verhalten sie sich Kooperativ um so ehr bessert sich ihre Situation”. Die Fahrt über die überfüllte Autobahn dauert in der Dunkelheit an. Vereinzelt fallen Schneeflocken
Heike Potthoff

Hei Ki Suyin:
deBoer schien sehr darum bemüht, eine gelassene und ausgeglichene Haltung zu zeigen. Doch er wirkte auf mich etwas emotional instabil. Ich beschloss, einen lockeren Ton anzuschlagen, um den Professor etwas von seinen Gedanken abzulenken. Ich füllte zwei Gläser mit Orangensaft, reichte ihm eins und sagte:
„Zum Wohl. Wie schön, dass wir uns hier so unverhofft getroffen haben. Ich hatte fast die Hoffnung aufgegeben, Sie jemals wieder zusehen.“
deBoer kniff kurz die Augen zusammen und lächelte dann zaghaft. „Ja, ein schöner Zufall. Darauf stoßen wir an.“

 

Josef DeBoer

Thomas deBoer:
Essen in der Sauna
„Was für ein schöner Zufall, Herr Professor.“
Ja, ja. Oh, Gott, es hatte in den letzten vier Monaten Tage gegeben, da musste ich mich nahezu in meiner eigenen Wohnung anketten, um nicht in die Stadt zu laufen, um nach ihr zu suchen. Sollte ich mich zum Narren machen? Im Leben nicht!
Nun saß sie wieder unverhofft vor mir, und ich gab mir alle Mühe, mich intensiv mit meinem Salat zu beschäftigen. Hei Ki plauderte locker von ihrer Heimat, den gewaltigen Unterschieden zur europäischen Mentalität, ihren Schwierigkeiten, sich an die Lebensweise der Krefelder zu gewöhnen.
„Am heftigsten empfinde ich hier die Respektlosigkeit vor alten Menschen. So etwas kennen wir nicht. Wir respektieren und verehren unsere Eltern und Großeltern. Die Familie ist bei uns das Allerwichtigste, und ich bin sehr traurig, dass ich nicht zum Neujahrsfest zu Hause bei meiner Familie sein kann.“
„Warum denn nicht“, warf ich kurz ein. „Sie haben doch sicher die Mittel, zum chinesischen Neujahrsfest nach Hause zu fliegen.“
Hei Ki stutzte kurz und lächelte dann wieder. „Das stimmt. Aber ich habe einen Auftrag, der mich hier bindet.“
Sofort war ich wieder hellwach. Sie war mit einem Auftrag hier gebunden? Sie hatte keine Möglichkeit, zum wichtigsten Fest der Chinesen in die Heimat zu fliegen? Das war sehr merkwürdig.

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